Meine Jogginghose, meine Kaffeetasse und ich?

Home-Office ist vielen Deutschen schon länger ein Begriff. Für Freelancer fast schon an der Tagesordnung, für viele andere Beschäftigte seit COVID-19 eine völlig neue Methode. 

Dem einen gefällt’s, ein anderer sehnt sich schon wieder nach Kollegen, dem guten Filterkaffee und dem nervig-lauten Klingeln des Bürotelefons. 

Da müssen wir gemeinsam durch. Und weil es zusammen viel leichter fällt, haben wir uns ein paar Tipps überlegt, wie ihr euren Home-Office-Alltag produktiver nutzen könnt. 

Be prepared!

Überlege dir genau, wann du aufstehen möchtest um rechtzeitig vor deinen ersten Terminen, Calls oder festgelegtem Schichtbeginn noch 30-60 Minuten für ein Morgenritual zur Verfügung zu haben. Daher gilt: EINEN Wecker pünktlich stellen und rechtzeitig ins Bett gehen. 

Die schmerzliche Trennung vom Snooze-Button

So verführerisch es auch sein mag, morgens noch dreimal den Snooze-Button zu drücken, genauso schädlich ist dies für die Produktivität. Eine Studie fand heraus, dass Personen, die direkt beim ersten Klingeln des Weckers aufstehen, motivierter, energetischer und wacher durch den Tag kommen. Die kurzen Schlummer-Phasen die uns unsere Handy-Wecker ermöglichen, stressen den Körper nur zusätzlich. Du erreichst in so einer kurzen Zeit keine Tiefschlafphase und reißt deinen Körper somit mitten aus der Einschlafphase - du verwehrst ihm ein klares Aufsteh-Signal. Durch das Hin und Her zwischen ‚Aufstehen!‘ und ‚Weiterschlafen!‘ ist der Körper verwirrt und kann weder richtig wach werden noch richtig einschlafen. Folge: Dein Körper fühlt sich erschöpft und ausgelaugt an. 

Mehr Infos zu dem biochemischen Prozess des Aufwachens findest du übrigens hier.

Der richtige Arbeitsplatz

… ist nicht unbedingt dein Lieblingsplatz in der Wohnung und sollte es nach Möglichkeit auch nicht werden, damit du immer noch eine klare Trennung von Arbeits- und Privatleben in deinen eigenen vier Wänden hast. So gemütlich es auch auf dem Sofa mit dem Laptop im Schoß sein mag, tu’s nicht! Such dir einen Tisch in einer angenehmen Höhe und wähle einen Stuhl, der bequem ist und es dir ermöglicht auch stundenlang – ja, stundenlang – darauf zu sitzen. 

Beim Einrichten deines Arbeitsplatzes ist auch deine Sitzhöhe und der Blickwinkel auf deinen Bildschirm entscheidend für eine gesunde Arbeitshaltung und ein waches, konzentriertes Arbeiten. Wie du deine ideale Sitzposition findest kannst du im Guide der Techniker Krankenkasse nachlesen.

Du hast einen höhenverstellbaren Schreibtisch? Mach dir dies zu Nutze und wechsle im Laufe deines Arbeitstags die Position von sitzend zu stehen und zurück, um deinen Kreislauf zu aktivieren und deinen Körper wach zu halten. 

Suche dir einen Arbeitsplatz, den du nach Möglichkeit einige Zeit aufgebaut stehen lassen kannst. Wenn du dich jeden Tag neu einrichten musst, verlierst du Zeit und Nerven.  

Morgendliche Rituale

Dein neues morgendliches Ritual kann jegliche Form haben. Wichtig ist, dass du eine Methode findest, die dir persönlich hilft, entspannt in den Tag zu starten und Energie zu sammeln. Zwing dich nicht, jeden Tag um 5:30 Uhr einen 5-Kilometer-Lauf zu absolvieren, außer du fühlst dich wirklich motiviert und fit genug. Kleine tägliche Steigerungen sind dein Freund. Wenn du deinen Körper schon morgens überforderst, gelangt er in einen Stresszustand, der dich viel Energie kostet und deine Konzentration schwinden lässt. 

Probier’s doch mal hiermit: 

  • Eine intensive Yoga-Session mit anschließender ausgiebiger Dusche, ein selbstgebrühter Kaffee mit Zeitung auf dem Balkon oder ein frisch zubereitetes Porridge mit Obst – versorg deinen Körper mit der nötigen Energie für den Start in den Tag. 

Kleiner Tipp: Frühstücken ist wichtig, um dein Gehirn und andere Organe mit nötiger Energie und Nährstoffen zu versorgen. So umgehst du Heißhunger-Attacken. 

Kleider machen Leute

… und zwar auch Zuhause. Jogginghose und Kuschelsocken sind für deine Arbeitszeit tabu - auch wenn du ein Hemd für deine Zoom-Calls trägst! Such dir bequeme, aber ordentliche Kleidung heraus, die du auch im Office tragen würdest. Damit stellst du dich mental besser auf deinen Arbeitstag ein. So schaffst du auch unterbewusst eine klarere Trennung zwischen Arbeit und Freizeit.

Bitte nicht stören!

Versuche deinen Arbeitsplatz von äußeren Einflüssen, wie Mitbewohnern, Partner und tobenden Kids abzuschirmen. Schließe deine Tür und bastele dir, wenn notwendig, ein ‚Bitte nicht stören!‘-Schild. Klingt albern, hilft aber. So neigen andere Personen nicht so schnell dazu, dich wegen jeder Kleinigkeit aus dem Workflow zu reißen. 

Auch Social Media und sonstige Medien, die nichts mit deiner direkten Arbeit zu tun haben, gehören temporär ausgesperrt. Das Scrollen durch Instagram und das schnelle Beantworten einer WhatsApp Nachricht lenken dich ab und verschwenden deine Zeit. Alles was du jetzt nicht schaffst, musst du später nachholen. 

Die Tür ist zu, laut ist’s trotzdem? Abhilfe schaffen Noise-Cancelling-Kopfhörer oder aber auch simple Ohrstöpsel. Versuche, deine Hintergrundgeräusche wie Musik, Podcasts und Hörbücher so zu wählen, dass sie dich nicht im Arbeiten stört. Beim Schreiben eines Newsletters oder Kundenanschreibens, beim Formulieren einer Mail oder dem Füllen eines Redaktionsplans unterlaufen tendenziell häufiger Tippfehler, wenn man Podcasts und Hörbücher hört. Suche dir für solche Aufgaben entspannte Musik (ohne Vocals). Bei Gestaltungsarbeiten wiederum können diese Medien helfen kreativer zu denken. 

Strukturiere deinen Tag

Schreibe dir morgens vor Arbeitsbeginn einen Plan, wann Termine oder Calls anstehen, wann du einkaufen, kochen und putzen möchtest und dich eventuell auch noch um Familie und Co. kümmern musst. 

Klare Arbeits- und Pausenzeiten helfen dir, dich besser zu fokussieren. Mach lieber mehrere kleinere Pausen anstatt einer großen, denn im Home-Office lässt man sich tendenziell schneller ablenken und verliert dadurch die Konzentration. Wenn du keine festgelegten Pausenzeiten hast, neigst du entweder dazu zu viele Pausen zu machen die es dir unmöglich machen in einen richtigen Workflow zu kommen. Andererseits kann es auch passieren, dass du viele Stunden am Stück hochkonzentriert arbeitest, anschließend eine Pause machst und nicht mehr zurück in den Workflow findest, da es dir an Energie und Motivation mangelt. Nimm dir also feste Zeiten zum Pause machen vor oder stelle dir einen Timer für alle 90-120 Minuten

Steck dir zudem klare Tagesziele, die du erreichen solltest und liste dir eventuelle Zusatzaufgaben auf, die du erledigen kannst, falls du gen Ende deines Arbeitstages noch Kapazitäten übrig hast.

Um keine Zeit durch’s Kochen zu ‚verlieren‘ kannst du dir, wie für einen normalen Arbeitstag auch, Meal Prep Boxen vorbereiten und abends ausgiebiger kochen. 

Die Top 4 ohne die nichts geht!

  • Regelmäßig Lüften: Alle 60 Minuten aufstehen das Fenster öffnen und für 5 Minuten frische Luft hereinlassen ist gut für die Konzentration und vermeidet Kopfschmerzen. 
  • Viel trinken: Und zwar nicht nur Kaffee, sondern auch ordentlich Wasser oder eine Schorle. Je nach Körpergröße sollten 2-3 Liter am Tag getrunken werden. Als Richtwert kann man 35 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht rechnen. 
  • Vitamine und Mikronährstoffe: Auch wenn man schnell zu kleineren, fertigen Snacks wie Chips, Schokolade und Co. greift, ist es wichtig, vollwertige Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Ein knackiger Salat zum Beispiel liefert dir viele Vitamine und wichtige Nährstoffe für zwischendurch, ohne dass du danach in ein schweres Food-Koma fällst, das dir die Arbeit nach der Mittagspause erschwert. Für Soulfood hast du im Feierabend noch genug Zeit. Ohne Snacks geht's bei dir nicht? Gesunde Office-Snacks können (Trocken-)Obst und Nüsse sein, die du in jedem Supermarkt bekommst oder online bei Shops wie z.B. Bitebox bestellen kannst.
  • Bewegung: Ob ein 10 Minuten Spaziergang um den Block, eine kleines Workout auf der Yoga-Matte oder unkontrolliertes Tanzen durch die Wohnung – Bewegung macht wach und regt die Hirnaktivität an. Wenn du merkst, dass dein Körper müde wird verpass ihm einen Kickstart. 

Belohn dich!

Es ist wie mit dem Lernen zu Schulzeiten, man weiß man muss durch und eigentlich will man ja auch etwas leisten, trotzdem ist die Motivation immer schnell passé. Was sich früher bewährt hat, kann also auch jetzt noch von Nutzen sein: sich nach erledigten Aufgaben eine kleine Belohnung gönnen. Auch hier bist du völlig frei in der Gestaltung. Ob es zwei Stücke Schokolade nach einer kniffligen Programmieraufgabe sind, eine kurze 5-Minuten Meditation nach einem anstrengenden Kundentermin oder dein Lieblingsjoghurt nach einer langen, kreativen Gestaltungssession - finde Belohnungen die angemessen sind und sich einfach einbauen lassen. Kleine Pausen sind wichtig, um das Gehirn zu entlasten. Besonders Bewegung und gesunde Snacks helfen, um anschließend wieder fokussiert und produktiv arbeiten zu können. 

Halte Kontakt

Völlig isoliert von deinen Kollegen zu arbeiten macht nicht nur etwas einsam. Vielleicht verpasst du auch hier und da kleine Updates, die man im Büro direkt von Tisch zu Tisch kommuniziert hätte oder in der Lunchpause besprochen hätte. Richte, wenn du magst, einmal pro Woche einen 15 – 30 Minuten Termin (je nach Gruppengröße) ein, in dem du mit deinen Kollegen telefonierst, zoomst, skypest und dich über alles mit ihnen austauschst, was du dank mangelndem Büro-Talks während der Arbeit nur noch in deinen Bildschirm hinein murmelst. 

Auch After-Work-Events kann man über Skype und Zoom veranstalten.

Wichtig ist: Halte den Kontakt aber übertreib es nicht! 

Feierabend - Schluss heißt Schluss!

Nach Feierabend nochmal hier und da eine Mail beantworten oder einen Text abändern geht natürlich, ist aber nicht empfehlenswert – weder im Home-Office noch im regulären Arbeitsalltag. Der Feierabend ist ein genauso wichtiger Bestandteil deines Arbeitsalltages wie alles andere auch. Nach Ende deiner Schicht geht es um dich und dein Privatleben. Räume deinen Arbeitsplatz auf, alle Kaffee- und Teetassen gehören abgespült, die leeren Snackpackungen in den Müll und alle wild beschriebenen Post-Its und Notizzettel sortiert auf einen Stapel. So fällt der Start in den nächsten Arbeitstag leichter. Nutze die Zeit nach dem Aufräumen, um auch hier ein Ritual einzuführen. Vielleicht beginnst du ein 6-Minuten-Tagebuch oder reflektierst einige Minuten deinen heutigen Arbeitstag. Danach kannst du dir einen festen Zeitraum für Freizeitgestaltung einplanen: Kochen, joggen, basteln, lesen … Inspiration, wie du deine Freizeit in der Quarantäne abseits des Home-Office gestalten kannst, ohne in Trott zu verfallen, findest du hier.

Hast du noch andere Tipps für einen erfolgreichen Tag im Home Office? Dann kontaktiere uns gerne unter nele.henkel@ownr.eu