Viele Mieter kämpfen täglich mit Vermietern und Hausverwaltungen um ihr Recht. Wir haben die größten Irrtümer zum Mietrecht für euch aufgeklärt, damit ihr für den Fall der Fälle aufgeklärt seid. 

1. Der Vermieter darf den Mietpreis jederzeit erhöhen

Hier gilt: Der Vermieter darf die Miete frühestens 15 Monate nach Einzug oder der letzten Mieterhöhung zur ortsüblichen Vergleichsmiete, die Städte und Gemeinden durch einen Mietenspiegel bestimmen können, anheben. Hierbei darf die Erhöhung innerhalb von 3 Jahren 20% der ursprünglichen Miete, die so genannten Kappungsgrenze, (in Gebieten, in denen die Mietpreisbremse gilt, nur 15%) nicht übersteigen. Der Mieter kann die Zustimmung verweigern hier kann der Vermieter allerdings auf Zustimmung klagen und der Prozess könnte deutlich kostenintensiver ausfallen als die Mieterhöhung. Zudem ist ein Gewinnen des Prozesses nicht wahrscheinlich. Tipp: Der Mieter sollte niemals einer Erhöhung zustimmen, die er nicht auf die oben erwähnten Faktoren geprüft hat. 

2. Der Mieter kann innerhalb von 14 Tagen aus dem Mietvertrag zurücktreten

Das ist falsch. Ein Mietvertrag ist sofort ab Unterschrift gültig und beinhaltet kein Widerrufsrecht, außer dies ist explizit im Vertrag vereinbart worden. 

Hat der Mieter den Vertrag postalisch abgeschlossen so hat er 14 Tage Zeit seine Erklärung oder Unterschrift zu widerrufen. Voraussetzung hierbei: Der Mieter darf den Wohnraum vorher nicht besichtigt haben. 

3. Frisch renovierte Wohnungen müssen im gleichen Renovierungsstandard zurückgegeben werden.

“Wenn ich meine Wohnung unrenoviert bezogen habe, kann ich sie auch unrenoviert wieder verlassen.” Auch dieser Irrglaube hält sich hartnäckig. Dies ist aber abhängig von speziellen Klauseln im Mietvertrag. Auch hier sind häufig unwirksame Regelungen aufzufinden. Wichtig ist für den Mieter auf gewisse ‚Schönheitsreparaturen‘ zu achten. Der Vermieter kann jedoch ausschließen, dass er solche ‘Schönheitreparaturen’ im laufenden Mietverhältnis durchführt. Aber auch hier sind häufig unzulässige Forderungen (Fenster & Türen streichen, Tapete entfernen etc.) aufgelistet. Derartige Reparaturen sollten vor dem Vertragsabschluss mit dem Vermieter besprochen werden. 

4. Haustiere können ausnahmslos vom Vermieter verboten werden

Die Haltung von Kleintieren (Vögel, Fische, Kaninchen, Hamster) darf nicht verboten werden. Auch ein grundsätzliches Verbot von Hunden und Katzen ist laut Bundesgerichtshof nicht mehr zulässig. Aber auch hier sollte der Mieter mit deinem Vermieter offen über die Haltung des Tieres sprechen. Solange kein expliziter Grund besteht, weswegen der Mieter kein ‚größeres‘ Tier in der Wohnung halten darf, ohne seine Nachbarn zu stören (Lärmbelästigung, unangenehme Gerüche oder Allergien) willigt der Vermieter häufig in die Haltung bestimmter Tierarten ein. 

5. Der Vermieter oder die Hausverwaltung dürfen einen Zweitschlüssel für Notfälle einbehalten.

Nein. Das ist nicht erlaubt, solange der Mieter nicht ausdrücklich erlaubt, dass der Vermieter oder die Verwaltung einen Schlüssel besitzt. 

6. Schimmelbefall muss auf eigene Kosten entfernt werden da der Mieter die Schuld trägt

Auch um dieses Thema wird häufig gestritten. Wie lüftet man? Lüftet man richtig und genug? 

Schimmelbefall ist lästig und gesundheitsschädlich. Doch bevor der Mieter für etwaige Reparaturkosten aufkommen muss, muss der Vermieter den Befall professionell begutachten lassen, um Baumängel auszuschließen. Sollte der Befall nicht durch Baumängel entstanden sein, könnte der Vermieter den Mieter rechtlich zur Kasse bitten. Dies ist allerdings selten der Fall, da Schimmelbefälle häufig durch Mängel beim Bau verursacht werden. 

7. Nach drei Nachmieter-Vorschlägen kann man fristlos aus dem Mietvertrag aussteigen

Das ist schlichtweg falsch.

Mietverträge sind solange gültig bis durch die Einwilligung des Vermieters ein Nachmieter ausgewählt oder die Kündigungsfrist abgelaufen ist. 

Es gilt allerdings, dass wenn der Mieter über einen Zeitraum, der 6 Monate überschreitet, nicht aus seinem Mietvertrag herauskommt, obwohl solide Gründe (Nachwuchs, Krankheit, Jobwechsel etc.) nachgewiesen sind, der Vermieter einen ‚zumutbaren‘ Nachmieter akzeptieren muss. 

8. Einmal feiern im Jahr ist erlaubt

Grundsätzlich gilt: ab 22 Uhr ist Nachtruhe. Niemand muss lästige Partys über sich ergehen lassen. Hilfreich ist es, die Nachbarn rechtzeitig darüber in Kenntnis zu setzen, dass eine Feier geplant ist und bei eventuellen Beschwerden am besten geklingelt werden soll. Rein rechtlich hat aber jeder Nachbar die Erlaubnis Beschwerde einzureichen, die Polizei wegen Ruhestörung zu verständigen und bei häufigerer Störung eine Mietminderung einzufordern, für die der lärmende Mieter geradestehen muss. 

9. Untermieter sind grundsätzlich nicht erlaubt

Das Untervermieten einer Wohnung kann nicht pauschal verboten werden. Trotzdem bedarf es der Zustimmung des Vermieters, wenn ein Mieter Teile seiner Wohnung untervermieten will. Hierfür muss ein berechtigtes Interesse vorgebracht werden (bspw. Partner möchte einziehen). Die Gründe für diese Untervermietung dürfen allerdings erst nach Abschluss des Mietvertrages aufgetreten sein (Vgl. § 553 im BGB). Wenn hierfür alle Bedingungen erfüllt sind, gibt es grundsätzlich keinen Grund zur Ablehnung des Vorhabens. Holt der Mieter vorher keine Erlaubnis vom Vermieter ein, hat dieser das Recht den Mietvertrag zu kündigen. (Vgl. § 543 im BGB.) 

10. Bei Mängeln in der Wohnung darf ich die Miete einbehalten / Mietminderungen sind nicht möglich

Beides ist nicht pauschal richtig. Abhängig von der Stärke des Schadens an einem Wohnraum können Mieten prozentual gemindert werden. Hierfür muss der Schaden an der Wohnung umgehend dem Vermieter gemeldet werden. Wenn Schäden nachgewiesen wurden, muss der Vermieter eine prozentuale Mietminderung akzeptieren. 

Wie genau sich die rechtliche Regelung hier verhält kann im § 536 des BGB nachgelesen werden.

Wenn der Vermieter sich nicht um die Behebung der Schäden und Mängel kümmert, hast du ein Recht auf Mietminderung. 

Noch Fragen?

Letztendlich gilt, dass ein Mietvertrag vor Vertragsabschluss sorgfältig geprüft werden sollte. Zur Absicherung und der Vermeidung von Missverständnissen ist es im Interesse sowohl des Mieters als auch des Vermieters alle Unklarheiten im Voraus zu klären. 

Falls du Fragen zu bestimmten Themen hast, schau gerne in unsere FAQs oder kontaktiere uns über unser Kontaktformular.