Immobilienkauf in jungen Jahren

Der Immobilienmarkt gilt nach wie vor als ein recht konservativer Sektor. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich der Stereotyp des finanziell Wohlhabenden mit einem gewissen Maß an Lebenserfahrung zu halten scheint. Ob dies auch der Realität entspricht ist eher fraglich.

Wir möchten mit diesen Klischees Schluss machen und den Immobilienmarkt auch für junge Leute und die, denen es an Eigenkapital mangelt zugänglich machen.

Was genau das heißt? Wir wollen herausfinden, ob und wie sich junge Leute mit dem Immobilienmarkt identifizieren, wo es an transparenter Kommunikation und leicht verständlicher Information mangelt und wie wir dir den Weg ins Eigenheim ebnen können.

Deswegen haben wir fünf verschiedene Personen aus einer Altersspanne von 21 bis 31 Jahren und aus unterschiedlichen Lebenssituationen zum Thema Immobilienkauf befragt.

Disclaimer: Unsere Daten sind nicht repräsentativ für den gesamten Markt, sondern helfen uns zu betrachten, in welchen Bereichen Informationsbedarf besteht.

Willst du irgendwann eine Immobilie kaufen?

Drei von fünf Befragten gaben an, dass sie definitiv planen irgendwann eine Immobilie zu kaufen. Lediglich zwei von ihnen verneinten diese Frage, aufgrund diverser Faktoren, merkten aber an, dass ein Immobilienkauf ‚noch keine‘ Option für sie ist. Vollständig ausschließen tun sie es nicht, der Wunsch nach einer Eigentumsimmobilie bestehe trotzdem.

So scheint die Vermutung, junge Leute würden nicht mehr so gern sesshaft werden und lieber flexibel bleiben als nicht pauschal korrekt. Dazu später mehr.

Der 24 jährige Mediengestalter Simon äußert zudem: „Noch bin ich zu jung dafür und meine berufliche Zukunft erlaubt es nicht eine Immobilie außerhalb der Großstadt zu kaufen. Eine Immobilie in einer Großstadt ist zu teuer beziehungsweise ist die Investition es in meinen Augen nicht wert.“

Aber gibt es wirklich ein ‚zu jung‘ für einen Immobilienkauf?

Je früher desto besser

Wir haben unsere Teilnehmer gefragt in welchem Alter sie sich eine Immobilie kaufen würden und wovon dies abhängig ist.

Der 21 jährige Bachelorstudent Daniel äußerte hierzu: „Für mich ist das ein Thema für die Zukunft, so in 2 bis 3 Jahren, wenn ich ein geregeltes Einkommen habe. Ich weiß, eigentlich sollte man schon früher darüber nachdenken, weil Bausparverträge wahrscheinlich echt wichtig sind, aber da hab ich echt wenig Kopf für während des Studiums.“ Es scheint also, dass einfach keine Zeit bleibt um sich über komplexe Prozesse, wie den Immobilienkauf oder das Abschließen von Bausparverträgen zu informieren. Außerdem wird dies nicht als notwendig empfunden, da ein Immobilienkauf ja ohnehin nicht zeitnah anstehen würde. Sind Immobilienkäufe also nur etwas für die Fraktion 30+?

Auch junge Berufseinsteiger wie Janina, 26, sehen sich aktuell noch nicht in der Lage eine Immobilie kaufen zu können, beziehungsweise der große Verantwortung der Bindung an einen Standort und der Abzahlung eines großen Kredites gewachsen zu sein: „Anfang 30 würde ich eine Immobilie kaufen. Vorher sehe ich mich nicht bereit einen so hohen Kredit aufzunehmen und mich an einen Wohnort zu binden.“ Zudem verweist sie darauf, dass sie als Universitätsabsolventin erst später als Nicht-Akademiker mit dem Sparen anfangen konnte, da sie während des Studiums hierfür keine Möglichkeit sah. Demnach sind Akademiker tendenziell erst später in der Lage, ausreichend Eigenkapital für einen Immobilienkauf zur Verfügung zu haben, vorausgesetzt ihre Bezahlung liegt nach dem Universitätsabschluss nicht direkt wesentlich höher, als die der Nicht-Akademiker.

Wie dann, soll man rechtzeitig anfangen, Geld für einen eventuellen Kauf anzusparen? Denn je früher die Immobilie gekauft und abbezahlt wird, desto länger kann sie profitabel genutzt werden (Vermieten, mietfrei wohnen etc.). Durch die immens steigenden Immobilienpreise scheinen sich junge Otto Normalverbraucher nicht mehr als Zielgruppe der potenziellen Immobilienkäufer zu sehen. Ist diese Branche also nur noch etwas für ‚Reiche‘?

"Immobilien sind nur etwas für Reiche"

Nicht unbedingt. Natürlich stimmt es, dass Immobilien besonders in Metropolen wie Hamburg nicht gerade günstig sind. Trotzdem gibt es aber auch für Interessenten ohne hohes Eigenkapital Möglichkeiten Immobilien zum Beispiel im Raum Hamburg käuflich zu erwerben.

Eine 24 jährige Studentin, die an unserer Umfrage teilnahm, äußerte: „Immobilienkäufe sind halt das, was reiche Leute tun. Deswegen ergibt es für mich auch total Sinn, dass junge Leute sowas eher selten tun. Im Zweifel haben sie kein Geld dafür und ein Kredit ist eine Möglichkeit, aber zumindest für mich irgendwie negativ konnotiert.“ Es scheint also als wäre es nicht der Faktor der Sesshaftigkeit, der junge Menschen vom Immobilienkauf abschrecken lässt, sondern eher der finanzielle.

Geld spielt beim Immobilienkauf eine extrem große und relevante Rolle. Aber wie greifbar ist das ganze Thema Immobilienfinanzierung für junge Menschen?

Bei der Frage nach dem Ablauf einer Finanzierung und den Prozessen des Immobilienkaufs wurde häufiger erwähnt, dass nicht direkt klar ist, welche Kosten auf einen Interessenten zukommen, wofür finanzielle Mittel benötigt werden und darüber hinaus auch in welcher Höhe diese Kosten auf den Käufer zukommen würden.

„Manchmal bin ich erstaunt wo doch noch extrem hohe Kosten versteckt sind, (neben den allgemeine Kosten wie Notar, Grundsteuer, Makler etc.) von denen man noch nie gehört hat“, sagt eine junge Mutter, die mit ihrer kleinen Familie plant in naher Zukunft eine Immobilie zu kaufen oder zu bauen.

Das Vertrauen in den Prozess ist also aufgrund mangelnder Transparenz nicht gegeben. Eine übersichtliche Aufführung aller zu erwartenden Kosten wäre laut unserer Befragten wünschenswert, damit man von vornherein weiß, welche Kosten zu erwarten sind und welche Instanzen es zu bezahlen gilt, ohne später mit ‚bösen Überraschungen‘ rechnen zu müssen, die vom Immobilienkauf abschrecken.

Janina merkt hierzu auch an: „Ich höre von vielen, die seit Jahren Immobilien suchen, aber nichts finden, was nicht komplett renovierungsbedürftig ist oder bis zum Rentenalter abzahlbar wäre.“ Das Thema der langfristigen finanziellen Belastung, die ein Hauskauf also mit sich bringt, bereitet allen Befragten mehr oder weniger Sorgen.

Zudem gibt nur eine der Befragten an, zu wissen wie eine Finanzierung abläuft, wie ein Kredit für ein Hauskauf aufgenommen werden kann und zu welchen Konditionen dies geschehen könnte.

Wie du also als junger Mensch rechtzeitig mit dem Sparen anfangen kannst, welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt und welche Kosten auf dich zukommen könnten, erklären wir dir in unserem nächsten Artikel.

„Ich kann mir nicht vorstellen mich für ‚immer‘ auf einen Ort festzulegen.“

Einer der größten Contra-Aspekte ist die räumliche Bindung an einen Wohnort. Viele Menschen schränken sich nicht gern in ihrer Flexibilität und Zukunftsplanung ein, was die Entscheidung für den Kauf einer Immobilie etwas erschwert. Ein Immobilienkauf geht grundsätzlich mit einem hohen Maß an Verantwortung einher: Neben der Pflege und Instandhaltung der Immobilie muss sie auch in irgendeiner Form bewohnt oder anderweitig genutzt werden, um sie finanziell rentabel zu halten. Wer sich nicht vorstellen kann, selbst ‚für immer‘ in der Immobilie zu wohnen, kann sie natürlich vermieten. Dies wiederum ist verbunden mit einer Menge organisatorischem Aufwand für eine Immobilie, die man vermutlich noch nicht einmal abgezahlt hat. Lohnt sich der Aufwand dann? Fraglich.

Hier kommt das OWNR-Konzept ins Spiel

Du kannst eine Immobilie befristet leasen, um zu sehen, ob du dich in der Nachbarschaft wohlfühlst und die Immobilie deinen Wünschen und Bedürfnissen entspricht. In dem Leasingzeitraum kannst du flexibel entscheiden, ob du an diesem Standort sesshaft werden möchtest, eine Immobilie weiterhin flexibel leasen willst oder dich nach Ablauf der Leasingzeit nach einem neuen potenziellen Zuhause umschaust. Was tun, wenn es dann nicht die Richtige war? Dann gibst du die Immobilie wieder frei und ein anderer OWNR kann hier sein Wohnglück finden. Natürlich unterstützen wir dich gern weiterhin bei der Suche nach deinem Traumzuhause. Wie unser Konzept genau funktioniert, kannst du hier nachlesen.

Stadt, Land, Speckgürtel - Wo wollt ihr wohnen?

Wenn nun die Entscheidung gefallen ist, dass es eine Eigentumsimmobilie werden soll bleibt natürlich die Frage nach der Lage. Stadtnah aber nicht direkt in der Innenstadt, ruhig gelegen aber gut angebunden soll es laut unserer Befragten sein. Der Trend bei jungen Leuten scheint weg vom pulsierenden Großstadtleben gehen, ohne die Vorteile einer Großstadt missen zu müssen. Von Stadtflucht kann hier nicht wirklich die Rede sein, denn es sind tendenziell nicht die Landhäuser und -wohnungen, die die Aufmerksamkeit unserer Befragten auf sich ziehen, sondern eher grüne Randbezirke und Speckgürtel, die das Beste von Großstadt und Vorort vereinen. Alle unserer Befragten gaben daher an, sie würden eine ländlichere Umgebung dem Leben in der Innenstadt aufgrund verschiedener Faktoren wie Ruhe, Finanziellem und Nähe zur Natur (damit einhergehend besserer Lebensqualität durch sauberere Luft etc.) bevorzugen.

Solltest du dich nicht entscheiden können, wo du dich wohler fühlst, dann lies doch einmal unseren Artikel zu den 8 schönsten Wohngebieten Hamburgs. Vielleicht findest du hier etwas Inspiration und Entscheidungshilfe.

Haus oder Wohnung - Welche Immobilie macht das Rennen?

Tendenziell scheinen die Befragten mehr Interesse daran zu haben, irgendwann ein Haus zu kaufen, anstatt eine Wohnung zu besitzen, da sie primär Interesse daran haben, mit einer Familie sesshaft zu werden, anstatt alleine eine Immobilie zu bewohnen oder sie zu vermieten. „Wohnungen fühlen sich für mich irgendwie immer relativ temporär an, beziehungsweise nicht so als hätte man viel davon sie sich zu kaufen. Im Gegensatz zu Häusern, das ist so irgendwie das „Ich setze mich jetzt zur Ruhe“-Ding“, bemerkt Daniel.

Der 24 jährige Mediengestalter Simon fügt hinzu: „Ich würde eher ein Haus kaufen – gezwungenermaßen eher im ländlichen Bereich. Da selbst Kleinstädte häufig zum Speckgürtel großer Städte gehören und das schon kaum bezahlbar ist.

Warum keine Wohnung? Die Sorge niemals den Kredit in Mieten wieder reinzubekommen ist zu groß. Außerdem möchte ich lieber ein Haus besitzen und kann mir nicht vorstellen, zwei solch gigantische Kredite gleichzeitig zu stemmen.“

Fühlst du dich ausreichend aufgeklärt?

Nach den Fragen der Finanzen und Standorte nun noch einmal zurück zu den Themen Information und Aufklärung: Wir haben unsere Teilnehmer gefragt, ob sie sich über verschiedene Prozesse ausreichend informiert fühlen und wo es an Information und Transparenz mangelt. Die junge Mutter mit Kaufabsicht bemerkt, dass sie sich aufgrund der Auseinandersetzung mit dem Thema einigermaßen gut informiert fühlt, aber auch immer wieder mit neuen Informationen überrumpelt wird, mit denen sie nicht gerechnet hätte. Alle anderen Befragten wiederum empfinden sich selbst als überhaupt nicht aufgeklärt, würden als erste Anlaufstelle aber tendenziell eine Bank mit Schwerpunkt Immobilienfinanzierung oder ihre Hausbank auswählen, um sich vor einem ernsthaften Kaufprozess über die finanziellen Aspekte aufzuklären. Grundsätzlich äußern aber alle Befragten, dass der Informationsprozess für junge Menschen im Voraus nicht transparent genug gestaltet ist, um einen vollständigen Überblick über den Prozess und vor allem über die zu erwartenden Kosten zu erhalten. Zudem können die meisten Befragte nicht einschätzen, was eine Immobilie per se kostet und wie viel Geld insgesamt benötigt wird. Dies wiederum erschwert die Spar-Planung. Wir halten fest: Finanzen bereiten jungen, potenziellen Käufern die meisten Sorgen.

Wobei hättest du gern mehr Unterstützung?

Die Befragen äußerten den Wunsch nach Unterstützung bei der Immobiliensuche (Kriterien werden angegeben und im Gegenzug werden passende Inserate vermittelt), der Finanzierung und nach einem Wohnungskauf-Guide, der hilft den Prozess mittels Checklisten etc. zu vereinfachen und zu veranschaulichen. OWNR bietet dank der OWNR-Metasearch genau diese Möglichkeit , die größte Auswahl an Verkaufsimmobilien einer Region nach verschiedensten Faktoren wie Preis, Größe, Lage etc. zu filtern und sie mittels Leasingmodell für einen festen Zeitraum zur Probe zu bewohnen. Wie genau das funktioniert kannst du hier nachlesen.

 

In den folgenden Wochen werden wir die Themen Finanzierung und Immobilienkauf-Guide  in den Fokus nehmen, damit auch du in Zukunft einfacher und stressfreier durch den Kaufprozess kommst.

Du hast weitere Fragen, Ideen oder Anregungen zum Thema, die du mit uns teilen möchtest? Dann schreib uns gern eine Mail an nele.henkel@ownr.eu